Der kooperative Mehrwert für den ländlichen Raum

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Der kooperative Mehrwert für den ländlichen Raum

Aktualisiert am 27.01.2026

Wie kann Naturschutz wirksam sein, von der Landwirtschaft mitgetragen werden und zugleich kommunale Ziele unterstützen? Dieser Frage widmete sich das gemeinsame Fachforum von KOMBI und dem MoNaKo-Projekt des Deutschen Bauernverbands auf dem 19. Zukunftsforum der Grünen Woche.

Im Mittelpunkt stand der Mehrwert von Kooperativen für Kommunen und den ländlichen Raum. Deutlich wurde: Der kooperative Ansatz ermöglicht es, Naturschutzmaßnahmen gemeinsam mit Landwirtschaft und Naturschutz abzustimmen, landschaftsbezogen zu planen und langfristig umzusetzen.

Benjamin Bohn (1.v.l.), Bürgermeister der Gemeinde Vogtsburg im Kaiserstuhl, betonte die besondere Rolle der Kommunen. Sie seien nicht nur Verwaltungseinheiten, sondern häufig auch Flächeneigentümerinnen und aktive Gestalterinnen ihrer Landschaften. Kooperativen eröffneten ihnen die Chance, Biodiversität zu fördern und gleichzeitig die regionale Kulturlandschaft für Tourismus und Naherholung zu erhalten. Auch ein weiterer Faktor sei nicht unerheblich: Kooperativen bringen Fördergelder in die Region und stärken die Wertschöpfung, zum Beispiel über Aufträge an lokale Dienstleister.

Aus Sicht des Kooperativenmanagements hob Dr. Olivia Kummel (1.v.r.) vom Landschaftspflegeverband Potsdamer Kulturlandschaft hervor, dass Moorschutz und Biotopvernetzung besonders gut für den kooperativen Ansatz geeignet sind. Viele Maßnahmen wirken erst dann richtig, wenn sie über einzelne Betriebe hinaus geplant und umgesetzt werden. Genau hier setzen Kooperativen im Agrarnaturschutz an. Christian Apprecht (2.v.l.), Kooperativenmanager im Elb-Havel-Winkel, brachte es auf den Punkt: „In der Mitte entsteht die Lösung.“

Auch aus landwirtschaftlicher Perspektive zeigte sich, warum Kooperationen tragfähig sind. Paul Klemke (2.v.r.), Mitglied der brandenburgischen Kooperative „Oderbruch“, sprach über die Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Der kooperative Ansatz ermögliche Kompromisse, bei denen sich Landwirtschaft und Naturschutz gleichermaßen wiederfinden. Seine Bilanz nach zwei Jahren fällt positiv aus: Der Ansatz müsse weiterentwickelt und „wetterfest“ gemacht werden – er selbst würde jederzeit wieder mitmachen.

Einigkeit herrschte unter den Teilnehmenden nicht nur zum Potential des kooperativen Ansatzes für den ländlichen Raum. Alle vier betonten, dass ein gutes Kooperativen-Management und eine gesicherte, langfristige Finanzierung für den Erfolg kooperativen zentral sind.

Das Fachforum machte deutlich: Kooperativer Agrarnaturschutz ist ein wirksames Instrument für Kommunen, um Naturschutz, landwirtschaftliche Praxis und regionale Entwicklung zusammenzudenken und gemeinsam Verantwortung für die Landschaft zu übernehmen. Darüber hinaus hat der Ansatz eine gesellschaftliche Wirkung. Wenn Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Bereichen miteinander ins Gespräch kommen und auf Arbeitsebene vernetzt sind, erleichtert das nicht nur die kommunale Praxis, so Benjamin Bohn – es stärkt auch die Demokratie.